Glasbausteine, die schönen Energiesünder

In den 70’er Jahren waren Glasbausteine sehr beliebt. Viele Häuser haben diese heute noch im Flur als Lichtbringer. Der große Nachteil: Glasbausteine haben einen U-Wert von 3,5 (durchschnittlicher Wert). Im Gegensatz dazu haben zum Beispiel ein normales 2-fach verglastes Fenster einen Wert von 1,3 und eine Außenwand (Hohlblocksteine) von 0,35.

Der U-Wert ist ein Maß für den Wärmestromdurchgang. Je kleiner der Wert desto weniger Energie geht verloren.

In meiner neuen Wohnung hatte ich im Flur eine Fläche von 7 * 1,20 m Glasbausteine als Außenwand. Der Flur grenzt an alle Zimmer an, somit ist die Energie aus jedem Zimmer einfach nach draußen verpufft.

Diese Lücke war mit wenig Geld, dem Einverständnis des Vermieters und ein wenig Zeit schnell geschlossen.

Man sollte sich im klaren sein, dass beim Dämmen natürlich auch das Licht wegfällt. Daher sollte man bei großen Flächen an kleine „Fenster“ denken. In meinem Fall habe ich 2 Bereiche (60 * 120 cm) frei gelassen, die ich zu „Fenstern“ umgewandelt habe. Der restliche Beriech wird mit Dämmung und Spanplatten verschlossen.

Zuerst bringen wir einen Rahmen entweder bündig zur Mauer oder so tief an, wie wir dämmen möchten. Informieren Sie sich vorher im Baumarkt, wie dick die Dämmmaterialien sind.
Mein Tipp: Dämmung nie pressen oder quetschen, da dies die Dämmwirkung nicht vergrößert sondern eher verringert. Wenn sie 10cm dämmen können, kaufen Sie auch 10cm Dämmplatten.

Nachdem der Rahmen fest verankert ist, bringen Sie alle 60 cm eine Querleiste ein, dort wo nachher die Spanplatten befestigt werden können.
Mein Tipp: 60 cm sind das ideale Maß, da die meisten Dämmmaterialien etwas mehr als 60 cm Breite haben und sich schmale Spanplatten nicht so leicht verziehen können.

Jetzt beginnen Sie am besten von unten an die Lücken mit Dämmmaterial zu füllen. Drücken Sie die Dämmung leicht unter die Querverstrebungen, so hält die Dämmung von alleine. Danach spannen Sie ordentlich und vorsichtig die Dampfsperre über das Material und befestigen Sie es. Durch die Dampfsperre entsteht kein Schimmel hinter der Konstruktion.

Jetzt können Sie die Konstruktion mit Spanplatten verschliessen. Lassen Sie die Bereiche für die Fenster frei.
Mein Tipp: Damit Sie die Platten später streichen oder tapezieren können, schliessen Sie alle Lücke mit Spachtelmasse und glätten den Bereich später. Das sieht ordentlicher aus und macht weniger Arbeit als vermutet.

Messen Sie jetzt noch mal genau die Lücken für die Fenster und gehen zum nächsten Glaser. Plexiglas ist im Gegensatz zu echtem Glas viel teurer und sieht nicht so schön aus. Das Fenster setzen sie nun ein und befestigen es mit einem kleinen Rahmen an der Konstruktion.
Mein Tipp: Wenn Sie die Glasbausteine nicht mehr sehen möchten, können Sie Milchglas bestellen. So kommt immer noch genug Licht in den Flur aber man erkennt die Glasbausteine nicht mehr.

3 Kommentare
  1. Mike Loock
    Mike Loock sagte:

    So in etwas stellen wir uns das auch vor. Nur komplett geschlossen und innen bündig mit der Wand für mehr Dämmung.

    Wie sieht das ganze denn von außen aus bezüglich der Optik?

    Liebe Grüße
    Mike Loock

    Antworten
  2. Nils
    Nils sagte:

    Das ist wirklich einsehr hilfreicher Artikel! Jetzt stellt sich mir nur eine Frage bezüglich Schimmelbildung?
    Ist die komplette Glasbausteinfläche mit einer Dampfsperre überzogen?
    Unsere Vermieter haben einen Fensterausschnitt mit Fensterbank, wo sie wie bei einer Vitrine die Glasscheiben öffnen und schließen können. Die Vormieter hatten es geschlossen gehalten und es hat angefangen zu schimmeln.
    Bei uns ist der Flurbereich auch mit einer großen Fläche Glasbausteine „verziert“, die Lösung hier finde ich super, jedoch mach ich mir Sorgen um den Schimmel der sich bilden kann.
    Können SIe mir dazu vielleicht etwas sagen?
    Vielen lieben Dank!!

    Beste Grüße
    Nils

    Antworten

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