Energielabel

Neues EU-Energielabel: A+++ wird abgeschafft

Fast jedem Verbraucher dürfte es bekannt sein – das EU-Energielabel. Bisher wurden dabei Produkte bewertet, anschließend aber in eine recht unübersichtliche Skala eingeordnet. Gerade im oberen Bereich sorgten Bezeichnungen wie A; A+; A++ und A+++ für viel Verwirrung. Doch damit soll jetzt Schluss sein, denn Brüssel hat das Effizienzlabel modernisiert und eine neue Skala eingeführt.

Teils verwirrende Bezeichnungen beim altem Label

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So sahen die einzelnen Stufen des Energielabels auf den Verpackungen der Geräte bisher aus.

Die bisherige Energieverbrauchs-Kennzeichnung sorgte nicht selten für erstaunte Gesichter. Bisher reichte die Skala von D (nicht effizient) bis A+++ (sehr effizient). Gerade die vielen Unterteilungen im oberen Bereich suggerierten oft, dass beispielsweise Kühlschränke der Stufe A noch äußerst effizient seien. In Wahrheit bildet die Klasse A allerdings das Mittelfeld der aktuellen Skala, so dass es viele Produkte gibt, die deutlich effizienter sind. Doch warum gab es die Klassen A+ bis A+++ überhaupt?

Schuld hieran war der technologische Fortschritt. Denn seit einigen Jahren werden Geräte – egal ob Kühlschränke, Fernseher oder Waschmaschinen – generell immer effizienter. Etwas ältere Produkte wollte die EU aber nicht mit einem negativ behafteten „C“ deklarieren, um potenzielle Käufer nicht direkt abzuschrecken. Denn auch die etwas älteren Geräte waren immer noch deutlich effizienter als etwa vor Jahren. Daher entschied sich Brüssel zunächst dazu, die Klasse A+ für besonders effiziente Modelle einzuführen. Nach und nach kamen dann weitere Unterteilungen hinzu.

Neuerung soll Klarheit schaffen

Damit ist jetzt allerdings Schluss. Künftig reicht das Spektrum wieder von A als höchster Effizienzklasse bis G zur niedrigsten Effizienzklasse – so, wie es zu Beginn der Einführung des Labels eigentlich geplant war. Schreitet die Technik voran, werden in Zukunft also Geräte in eine andere Klasse eingestuft, A bleibt jedoch die höchste. Zudem hat sich die EU darauf verständigt, alle Elektronikgeräte in einer Produktdatenbank zu erfassen. Verbraucher sollen hierin eigenständig nach Geräten suchen können, die besonders effizient sind.

Aber: Wie immer dauert die Einführung einer solchen Neuerung einige Zeit. Denn die EU-Mitgliedsländer und auch das EU-Parlament müssen dem Gesetz erst noch zustimmen, was jedoch als äußerst wahrscheinlich gilt. Danach dauert es noch einmal 15 Monate, bis die Regelung wirklich in Kraft tritt. Ein weiteres Jahr später sind die Labels dann auch auf den Geräten in den Läden zu finden – denn alte Produktverpackungen sind bis dahin noch zulässig.

Bringt das Energie-Effizienzlabel überhaupt etwas?

Bei so viel Aufwand stellt sich schnell die Frage, ob die Neuerung überhaupt sinnvoll ist. Achten Verbraucher überhaupt auf das Effizienzlabel? Klare Antwort: Ja. Energiekommissar Maroš Šefcovic erklärt etwa, dass die Anpassung der Regelung höchste Zeit gewesen sei. Vor allem die Registrierung aller Geräte in der Datenbank solle es den Verbrauchern noch einfacher machen, effizientere Geräte zu finden. Umfragen zeigten derweil, dass bereits 85 Prozent der Europäer beim Kauf eines Elektronikgeräts auf das Label achteten – ein erstaunlich hoher Wert. Viele Verbraucher würden auf dieser Basis dann auch aktive Kaufentscheidungen treffen. Vor allem wenn zwei Geräte ansonsten fast gleichwertig seien, würden die Verbraucher immer öfter zur Energiesparvariante greifen – selbst wenn die ein paar Euro mehr kostet.

Daher findet auch EU-Umwelt-Kommissar Miguel Arias Cañete: „Die Vereinbarung ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und die Unternehmen Europas, für unsere Energierechnung und für das Klima.“ Durch das bessere Label solle es möglich sein, Einsparungen bei privaten Haushalten von fast 500 Euro pro Jahr zu erzielen. Auch die Händler und Hersteller würden profitieren, könnten sie doch ein Plus von rund 65 Milliarden Euro erwirtschaften. Bezogen auf den reduzierten Energieverbrauch ergebe sich eine Einsparung in Höhe des jährlichen Verbrauchs von Italien und des Baltikums – so der EU-Kommissar.

Fazit: EU-Label für noch mehr Transparenz

Die Einführung des neuen EU-Energielabels war längst überfällig. Zu intransparent war die Struktur bisher, gab es doch vor allem im oberen Bereich etliche Unterstufen. Jetzt soll das Label wieder Effizienzklassen von A bis G vorweisen, so dass Verbraucher auf den ersten Blick erkennen können, welche Geräte Effizienz und welche veraltet sind. „Jetzt“ meint dabei allerdings, dass das Label erst in rund 2,5 bis 3 Jahren wirklich in den Läden zu finden ist. Dennoch erhofft sich die EU hohe Einsparungen, die sowohl privaten Verbrauchern als auch der Wirtschaft zu Gute kommen.

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