Smart Home

Smart Home – Was ist das und was bringt es mir?

Der Begriff Smart Home ist derzeit in aller Munde. Befürworter der Technik schwärmen von den Energieeinsparpotenzialen und der Einfachheit der Bedienung des Hauses per Smartphone. Kritiker warnen hingegen vor den derzeit angeblich noch mangelhaften Sicherheitsstandards. Fakt ist aber, dass der Markt für das schlaue Eigenheim bzw. die Mietwohnung immer größer wird. Grund genug also, sich näher mit den Eigenschaften, Vorteilen und Kritikpunkten zu befassen.

Was ist Smart Home genau?

Meinungen der Deutschen zum Thema Smart Home im Jahr 2015. (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/578532/umfrage/marktpotenzial-von-smart-home-in-deutschland/)

Auch wenn rund 30% der Deutschen Komponenten des Smart Homes nutzen, so dürfte den meisten eine klare Definition schwer fallen. Grundsätzlich werden alle Komponenten als „smart“ bezeichnet, die miteinander interagieren können und die von dir als Nutzer zentral ferngesteuert werden. Sprich: Wenn du Kühlschrank, Licht und Heizung mit dem Smartphone über eine App bedienen kannst, dann ist genau das mit Smart Home gemeint. Zusätzlich sind meist Automatisierungen über diese App möglich. Beispiele:

  • Du kommst immer um 18:00 Uhr nach Hause. Im Winter schaltet sich die Heizung deshalb um 17:00 Uhr ein und erhitzt das Wohnzimmer auf deine Wunschtemperatur von 20 Grad.
  • Während du nicht in der Wohnung bist, wird das Licht in unregelmäßigen Abständen ein- und ausgeschaltet, um Einbrecher abzuschrecken.
  • Im Urlaub gehen die Rollläden morgens um 07:00 Uhr hoch und um 19:00 Uhr wieder runter.

Mittlerweile geht Smart Home sogar so weit, dass einige Geräte ganz ohne Endgerät gesteuert werden können. Per Handzeichen oder über Sprachbefehle geht dann beispielsweise das Licht an. Letztlich kannst du das Smart Home also auf zwei Aspekte reduzieren:

  1. Geräte werden im Haushalt per WLAN oder Bluetooth miteinander vernetzt.
  2. Das Smartphone oder Tablet funktioniert als Fernsteuerung eben dieser Geräte.

Welche Vorteile soll Smart Home bringen?

Zurecht wirst du gerade vielleicht die Stirn gerunzelt haben, als das Beispiel der Sprachsteuerung der Lampe genannt worden ist. „Ist das wirklich notwendig?“ Nein, diese spezielle Funktion ist sicherlich nicht praktischer als der Lichtschalter. Aber: Smart Home an sich hat definitiv eine Daseins-Berechtigung und wird in den nächsten Jahren immer stärker in die deutschen Haushalte einziehen. Die wichtigsten Vorteile in der Übersicht:

  1. Energieeinsparungen
    Ein klug vernetztes Zuhause soll dabei helfen, Strom zu sparen. Ein gutes Beispiel hierfür wurde schon angeführt: die eigene Heizung. Sie muss nicht mehr den ganzen Tag über laufen, sondern wird per App vor dem Heimweg angeschaltet. Dann hast du es beim gemütlichen Fernsehabend schön warm, musst aber nicht stundenlang heizen. Selbiges gilt auch für den Strom. Über Smart Home kannst du bei vielen Geräten den Stand-by-Modus verhindern, denn die Geräte werden über intelligente Steckdosen komplett vom Netz genommen.
  2. Komfort
    Darüber hinaus ist die Bedienung des eigenen Zuhauses per App auch einfach bequem. Übersichtlich werden alle Verbräuche aufgelistet, per Knopfdruck schaltest du das Licht im obersten Stock aus während du schon im Bett liegst und auch die Rollläden gehen vollautomatisch runter. Selbst wenn du Zuhause aus Versehen das Bügeleisen angelassen hast, musst du nicht umkehren – per Klick nimmt die App das Gerät vom Strom.
  3. Einbruchsschutz
    Durch automatisiertes Schließen von Rollläden und an- bzw. ausschalten von Licht, kannst du für einen gewissen Schutz vor Einbrüchen sorgen. Zudem sind viele Smart Homes gleich mit einer Alarmanlage und Kameras ausgestattet, die du von unterwegs aus bedienen kannst.
  4. Wertseigerung
    Wenn du in neue Technik investierst, kann das den Wert deiner Immobilie steigern. Sofern Smart Home in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnt, ist es wichtig, schon jetzt die Grundlage hierfür im Eigenheim zu legen. Auch bei Vermietungen ist die Technik ein gutes Argument.

Wie teuer ist das Smart Home?

Eine Frage, die sich dir unweigerlich stellt ist die nach den Kosten. Das Positive zuerst: In den vergangenen Jahren haben die Entwickler die intelligenten Lösungen stark weiterentwickelt, der Markt ist gewachsen und die Preise sind gefallen. Starterpakete kannst du schon für 200 bis 300 Euro erhalten, musst dich dann aber auch entsprechend mit dem Minimum an Leistung begnügen. Hierzu meint Alexander Schaper, Geschäftsführer der SmartHome Initiative Deutschland: „Wer ernsthaft einen Unterschied von Vorher zu Nachher spüren möchte, ist mit 1.500 Euro bei Nachrüstsystemen gut ausgerüstet.“

Zu unterscheiden ist dabei auch immer zwischen Funksystemen und solchen Lösungen, die fest verkabelt sind. Bei letzteren sind immer mehrere tausend Euro zu investieren, sonst kann keine hohe Funktionalität erreicht werden. Dafür sind die Systeme deutlich weniger anfällig für Störungen und wartungsärmer, langfristig kann sich die Investition also lohnen.

Und ab wann rechnet sich die Investition? Besonders beim Heizen ist die Amortisationsdauer relativ gering. Im Altbau kann sich das investierte Geld schon nach zwei bis drei Jahren bezahlt machen, im Neubau dauert es etwas länger. Zwischen fünf und sechs Jahren sind hier einzukalkulieren, weil Dämmung, Heizsystem und Co. effizienter sind.

Ist das Smart Home sicher?

Kritik an derlei Systemen gibt es immer wieder, weil die Systeme teilweise leicht zu hacken sind. Hierzu meint etwa die Verbraucherzentrale:

„Grundsätzlich ist es möglich, dass die in Zusammenhang mit der Haussteuerung stehenden Daten missbräuchlich verwendet werden. Sie lassen zum Beispiel Rückschlüsse auf Tagesabläufe zu, etwa in Form der üblichen An- und Abwesenheitszeiten der Bewohner. Das sich daraus ergebende Risiko hängt dabei stark davon ab, welche Art der Hausautomatisierung gewählt wurde.“

Wie unsicher oder sicher ein System ist, hängt insbesondere davon ab, ob das intelligente Gebäude mit dem Internet verbunden ist. Sofern dies der Fall ist, sollte unbedingt auf umfangreiche Sicherheitsmechanismen geachtet werden. Dazu gehört etwa ein möglichst detailliertes Passwort für die Anwendung. Zusätzlich muss auch das eigene Smartphone mit Sicherheitssoftware geschützt werden – das vergessen private Verbraucher nur allzu gerne.

Eine abschließende Beurteilung der Sicherheit kann an dieser Stelle aber ohnehin nicht stattfinden – dazu ist die Thematik zu komplex. Zusammenfassend lautet unser Urteil: 100-prozentige Sicherheit besteht nie. Aufgrund der Sensibilität der Daten solltest du alle verfügbaren Sicherheitsmechanismen nutzen und dich von den Herstellern beraten lassen.

Infografik: Das Für und Wider des smarten Wohnens | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Fazit: Smart Home führt zu Energieeinsparungen

Smart Home ist kein Trend mehr, sondern schon weit verbreitet. Derzeit nutzen rund 30 Prozent der Deutschen diese Technologie, die Tendenz ist dabei klar steigend. Unter dem Fachbegriff werden Lösungen für das eigene Zuhause verstanden, die verschiedene Geräte miteinander vernetzen und über eine App zentral steuerbar machen. Insbesondere beim Heizsystem kannst du so viel Energie sparen, nach zwei bis sechs Jahren rechnet sich die Investition. Zudem sind Smart Home Lösungen auch einfach bequem, du kannst alle Elektronikgeräte zentral mit deinem Smartphone bedienen. Lediglich das Thema Sicherheit sollte kritisch betrachtet werden, hier aber kann umfangreiche Beratung Abhilfe schaffen.

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