Welche Heizung ist die beste?

Welche Heizung ist die beste? – Teil 3: Gasheizung

Die klassische Gasheizung hat längst noch nicht ausgedient – im Gegenteil. Sie ist die beliebteste Heizungsart in Deutschland und sorgt dafür, dass Millionen Immobilien beheizt werden. Begründet ist das vor allem darin, dass Gasheizungen recht günstig in der Anschaffung sind. Auch der Rohstoff Gas kann einfach und bequem über eine Leitung beschafft werden. Doch sind Gasheizungen auch umweltfreundlich? Und wie effizient sind die Systeme wirklich? Wir klären auf.

Gasheizung in der Übersicht

  • Anschaffungskosten: Zwischen 8.000 und 12.000 Euro
  • Laufende Kosten: Vergleichsweise günstig dank des niedrigen Gaspreises
  • Amortisation der Investition: Rund 7 bis 10 Jahre
  • Preisschwankungen: Kaum
  • Umweltbilanz: CO2-neutral
  • Platzbedarf: Gering
  • Für wen geeignet: Praktisch alle Haushalte
  • Staatliche Fördermittel: Keine spezifischen
  • Lebensdauer: 20 bis 25 Jahre

Funktionsweise und Bestand von Gasheizungen

(Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/162218/umfrage/beheizungsstruktur-des-wohnbestandes-in-deutschland-seit-1975/)

(Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/162218/umfrage/beheizungsstruktur-des-wohnbestandes-in-deutschland-seit-1975/)

Wie in der Einleitung bereits kurz angeklungen ist, wird ein großer Teil der deutschen Haushalte noch immer mit der klassischen Gasheizung betrieben. Wie in der rechts stehenden Grafik zu erkennen, gilt das sowohl für alte als auch für neuere Immobilien. Generell muss die Statistik allerdings relativiert werden, denn es gibt zwei unterschiedliche Arten von Gasheizungen:

  1. Heizwert-Gasheizung
    Hierbei handelt es sich um etwas ältere Modelle, die grundsätzlich wenig effizient sind. Denn die Heizwert-Gasheizung erzielt einen deutlich geringeren Wirkungsgrad als die moderneren Brennwert-Heizungen. Der Wirkungsgrad ist eine Kennzahl dafür, wie viel der im Energieträger enthaltenen Energie wirklich aktiv im Raumwärme umgewandelt wird. Je höher die Kennzahl ist, desto effizienter ist die Heizung. Anders ausgedrückt verbrauchen Heizwert-Heizungen bei gleicher Leistung mehr Gas als Brennwert-Heizungen.
  2. Brennwert-Gasheizung
    Wer über die Anschaffung einer neuen Heizanlage nachdenkt, sollte im Bereich Gas unbedingt auf den Einsatz der Brennwerttechnologie achten. Auch verglichen mit anderen Systemen wie etwa Wärmepumpen oder Pellet-Heizungen kann die Brennwert-Heizung in Sachen effizient mehr als nur mithalten.

Die reine Funktionsweise der Gasheizung ist hingegen unabhängig vom Modell. Sie funktioniert als Zentralheizung und verbrennt Gas, um Hitze zu erzeugen. Dabei wird entweder Wasser oder Luft erhitzt, wobei die Wärmeträger anschließend über eine Umwälzeinrichtung in die jeweiligen Räume transportiert werden. Zudem lässt sich gleichzeitig auch warmes Wasser erzeugen, dass in der Küche oder im Bad verwendet wird.

Kosten Gasheizung: Gering in Anschaffung und Unterhalt

Gasheizungen sind vor allem deshalb beliebt, weil sie sehr günstig sind. Das gilt paradoxerweise sowohl für die Anschaffung als auch den Unterhalt. Für ein neuwertiges Brennwert-System zahlst du nur zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Abhängig sind die Kosten auch davon, ob ein neuer Gasanschluss gelegt werden muss. Ist dies nicht der Fall, bist du eher mit 8.000 als mit 12.000 Euro dabei.

Zudem ist die Gasheizung im Unterhalt ebenfalls recht günstig. Das liegt vor allem am hohen Maß an Effizienz bei der Verbrennung von Gas und der geringen Kosten des fossilen Rohstoffs. Natürlich kann es hierbei vorkommen, dass die Gaspreise von Zeit zu Zeit schwanken. Ein Blick auf die jüngere und ältere Historie der Gaspreise zeigt aber, wie unwahrscheinlich starke Preisschwankungen sind:

Pelletpreis Pelletpreis

Zudem wird deutlich, dass Gas generell günstiger als Öl ist. Ein Einfamilienhaus mit einer vierköpfigen Familie kann derzeit von Heizkosten zwischen 1.500 und 2.000 Euro pro Jahr ausgehen. Auf mittelfristige Sicht gehen jedoch viele Experten davon aus, dass der Rohstoff im Preis anziehen wird. Das ist nur logisch, wenn du bedenkst, dass es sich bei Gas um einen fossilen und damit physisch begrenzt verfügbaren Brennstoff handelt. Wichtig: Die Heizkosten stellen natürlich nur einen Schätzwert dar. Der Verbrauch hängt auch immer von deinem persönlichen Heizverhalten und insbesondere der Isolierung deiner Immobilie ab.

Zu guter Letzt sei hier die Amortisationsdauer der Heizung kurz betrachtet. Auch hier sei kurz erwähnt, dass es sich um Schätzungen handelt. Der Einbau einer neuen Brennwert-Gasheizung rechnet sich in der Regel aber nach sieben bis zehn Jahren. Noch schneller geht es, wenn du Förderungen für die Gasheizung beantragst, doch dazu später mehr.

Wie viel Platz braucht eine Gasheizung?

Beim Einbau neuer Heizungen wird oft vergessen, dass nicht alle Heizungsarten rein physisch in jede Immobilie passen. Beispielsweise müssen Tanks für Ölheizungen oder ein Holzlager für Pelletheizungen installiert werden. Hier weist die Gasheizung sicherlich einen ihrer größten Vorteile auf, denn der Brennstoff kommt direkt aus der Leitung. Dadurch sinkt der Platzbedarf auf ein Minimum, weil auch der Heizkörper an sich klein ist. Er passt praktisch in jeden Kellerraum und ist nur zwischen 2 und 5 Quadratmetern groß.

Wie schaut die Umweltbilanz von Gasheizungen aus?

Entgegen der landläufigen Meinung punktet die Gasheizung in Sachen Umweltbilanz. Aber Gas ist doch ein fossiler Brennstoff? Ja, doch bei der Verbrennung entsteht nur eine äußerst geringe CO2-Belastung für die Umwelt. Zudem ist der Wirkungsgrad aktueller Technologien extrem hoch und liegt bei über 90 Prozent. Das ist deutlich mehr als Wärmepumpe, Pelletheizung und Co. erzielen können. Du verbrauchst also nur wenig Gas, um deine Wohnung zu beheizen.

Hinzu kommt, dass sich Gasheizungen gut mit anderen Heizsystemen kombinieren lassen. Praktisch alle erneuerbaren Energien können so ebenfalls für die Beheizung zum Einsatz kommen. Deshalb wird Gas auch von vielen Fachleuten und der Bundesregierung als langfristige Zwischenlösung bis zum Abschluss der Energiewende gesehen.

Staatliche Förderungen von Gasheizungen

Es existiert kein eigenständiges Förderprogramm für Gasheizungen. Dafür kannst du auf Fördermittel aus dem KFW-Programm „Energieeffizient sanieren“ zurückgreifen. Hierüber ist ein Investitionszuschuss in Höhe von 15 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 7.500 Euro) möglich. Weitere Informationen findest du auf der Homepage der KfW-Bank.

Fazit: Gasheizungen als langfristige Zwischenlösung

Noch immer sind Gasheizungen die beliebteste Heizungsart in Deutschland. Begründet ist das vor allem in den geringen Anschaffungskosten, denn selbst moderne Brennwert-System kosten nur rund 10.000 Euro. Auch der Unterhalt ist vergleichsweise günstig, weil die Gaspreise seit Jahren stagnieren. Deshalb setzt selbst die Bundesregierung aktuell auf Gas als Zwischentechnologie, bis die Energiewende vollständig abgeschlossen ist. Zwar kannst du keine direkten Fördermittel für die Heizung erhalten, aber beispielsweise allgemeine Programme wie das „Energieeffizient sanieren“ der KfW-Bank nutzen.

 

2 Kommentare
  1. Heike
    Heike sagte:

    In unserem neuen Haus möchten wir die Gasheizung einbauen lassen. Gut zu wissen, wie teuer der neue Gasanschluss ist. Das lohnt sich aber, weil die Gasheizung im Unterhalt ebenfalls recht günstig ist.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] der Gasheizung ist die Ölheizung noch immer die beliebteste Heizungsart in Deutschland und hat keineswegs […]

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